02/03/2008

Briefe schreiben an Politiker und Leserbriefe

Es ist einfach, sich über Politiker zu beschweren. Aber haben Sie schon einmal versucht, Einfluss auf deren Arbeit zu nehmen? Politiker sind Menschen genau wie wir, offen für Kritik und gute Argumente. Oft können sie mit einer ‚gewinnende Art’ auch wirklich gewonnen werden.

Als Christen kommen wir nicht umhin, den christlichen Werten, die Europa so dringend braucht, eine Stimme zu verleihen. Und das ist gar nicht so schwierig. In den folgenden Seiten haben wir für Sie eine kurze Anleitung zusammengstellt.

Das nächste Mal also, wenn Sie etwas hören, dass nicht so recht ins christliche Bild passt, schreiben Sie den Zuständigen! Wenn Sie einen Politiker etwas Gutes sagen oder tun sehen, schicken Sie ihm doch ein kurzes Lob !

Wenn das viele der Christen in Europa tun, dann werden wir einen wirklichen „Klimawandel“ erleben. Danke für Ihr Engagement für ein christliches Europa !
 
Ihr Europa für Christus! Team
 
PS : Nicht vergessen : ein tägliches Vaterunser für ein christliches Europa !
 


Wie man einen guten Brief an einen Politiker verfasst

http://www.decourroux.ch/lettre_colombe.jpg

 
Es ist einfach, eine Petition zu unterzeichnen oder ein vorformuliertes Email weiterzuleiten. Aber ein persönlicher Brief an einen Politiker ist vielfach effizienter.
 
Briefe an Politiker sind eine der wichtigsten Mittel des öffentlichen Engagements. Sie sind schnell geschrieben und sehr effizient. Zeigen Sie Ihre Unzufriedenheit, schreiben Sie aber auch wenn Sie mit einer Sache einverstanden sind. Ein kurzer Brief der ausdrückt, dass Sie in dieser wichtigen Sache dahinter stehen, kann motivieren und ist oft auch eine wichtige Stimme in internen Parteidebatten.
 
Hier nun einige grundlegende Elemente eines guten Briefes an Politiker :
 
 

I) An wen schreiben ?

 
Manchmal weiß man sehr genau, an wen man schreiben soll, wie zum Beispiel jenen Politiker, den Sie über die Sache haben sprechen hören. Sie finden die Adresse oft sehr schnell durch Eingabe des Namens in eine Suchmaschine oder über die Webseite der jeweiligen Institution oder Partei.

Wenn Ihr Brief nicht durch die Aussage einer bestimmten Person angeregt wurde, überlegen Sie, welcher Institution oder Partei Sie schreiben möchten. Finden Sie heraus, wer in der jeweiligen Organisationsstruktur für Sie (Lokalpolitiker) oder das Anliegen (Parlamentskomitee oder Regierungsabteilung) zuständig ist. Suchen Sie online oder rufen Sie deren Informationsstelle an, um einen konkreten Namen zu erhalten.

Gewöhnlich ist es am effektivsten einem Parlamentsmitglied zu schreiben, entweder lokale, regionale oder nationale Abgeordnete (am besten Ihres eigenen Wahlkreises), da diese sich Ihren Anliegen am meisten verpflichtet fühlen, Angst um ihre Beliebtheit haben und wiedergewählt werden möchten. Außerdem sind sie unabhängiger von der Parteiführung.

Zusätzlich empfiehlt es sich, auch dem Bürger/Wählerservice der betreffenden Partei zu schreiben : Einfach online auf der Webseite der Partei nach einer entsprechenden Stelle suchen. Jede Partei hat meist auch eine eigene Stelle für Wählermotivation, Freiweilligenanlauf, Marketing und Kundenanliegen. Da es deren Aufgabe ist, auf Anfragen zu antworten, werden sie noch am ehesten Ihrem Schreiben Beachtung schenken. Im Zweifelsfall schicken Sie Ihren Brief an mehrere Personen, am besten unter Erwähnung der jeweils anderen Empfänger.
 
 

II) Inhalt

 
Captatio Benevolentiae : Beginnen Sie Ihren Brief mit einer Unterstützungserklärung, Dank oder Lob. Politiker brauchen das auch - und es wird sie für Ihre Botschaft vorbereiten. Es ist sehr wichtig, dass der Politiker den Eindruck hat, Sie könnten für ihn stimmen und dass Sie der Partei nicht völlig fern stehen. Einem „verlorenen Fall“ wird er weniger Beachtung schenken.
 
Sagen Sie klar, was Sie wollen : Wenn es passt, erwähnen Sie Ihr Wissen über das Engagement des Politikers im betreffenden Fall. Erklären Sie auch, warum dieses Thema so wichtig für Sie ist: Eine persönliche Geschichte verleiht Glaubwürdigkeit. Seien Sie so konkret wie möglich in dem, was Sie sich vom Adressaten wünschen. Erwähnen Sie zum Beispiel, dass Sie für ihn gestimmt haben, weil sie dieses oder jenes erwartet haben, oder dass Sie nicht mehr für ihn oder die Partei stimmen werden, wenn…
 
Argumentieren Sie erfolgreich : Versuchen Sie die Welt mit den Augen des Politikers zu sehen.

Versuchen Sie sich in die Lage Ihres Adressaten zu versetzen. Diese Person muss Konflikte verschiedener Wählergruppen abwägen und sich mit parteiinternen Strukturen und  Büroangelegenheiten beschäftigen. Verlangen Sie nur realistisch Mögliches ohne Wichtiges und Wahres auszusparen.

Überlegen Sie sich gut, welche Argumente für den betreffenden Politiker nachvollziehbar sind. Verwenden Sie Argumente aus dem Hausverstand und Ihrer Erfahrung oder zitieren Sie Statistiken. Üblicherweise sind Argumente, die allein aus dem Glauben kommen, nicht hilfreich.

Grundsätzlich gilt : Die Intention des Politikers ist meist gut und nicht absichtlich fehlerhaft. Seien Sie freundlich und verständnisvoll.

Ein großer Fehler den Christen oft machen, ist die Verurteilung jener, die nicht perfekte Verbesserungen vorschlagen. Loben Sie die Verbesserung und kritisieren Sie die Unvollkommenheit nur dann, wenn eine weitere Verbesserung realistisch ist. Vergessen Sie nicht, dass der betreffende Politiker vielleicht schon einen langen Weg hinter sich hat, bis er zu diesem unperfekten Vorschlag gekommen ist.

Versuchen Sie mit Beispielen und Gefühlen zu zeigen, dass das, was Sie verlangen, nicht extrem oder weit hergeholt ist, sondern dass Ihr Wunsch ein „normales Anliegen normaler Menschen“ ist.
Um glaubwürdig zu argumentieren, ist es wichtig, möglichst viel über das politische Schicksal einer Sache zu wissen. Wer hat was in dieser Sache unternommen ? Was hat die Regierung bisher damit gemacht? Was sagen Opposition und Kleinparteien? Welche Institutionen oder Organisationen gibt es, die sich mit diesem Thema beschäftigen ? Wird in den Medien über das Thema berichtet ? Gibt es Statistiken, die Ihr Anliegen unterstützen? Gibt es noch weitere interessante Fakten ?

Fassen Sie sich kurz : Wenn nötig, legen Sie zusätzliches Material bei, auf das Sie sich in Ihrem Brief beziehen. Sie können mehrere Themen in einem Brief behandeln, aber es kann dann sinnvoller sein, separate Briefe zu schreiben.
 
 

III) Form

 
·         Vergessen Sie nicht, Name und Adresse anzugeben, auch die Erwähnung des Berufes kann hilfreich sein.
·         Schreiben Sie in die Betreffzeile, um welches Thema es sich handelt, und welche Lösung Sie sich wünschen würden.
·         Verwenden Sie korrekte Titel und Anreden.
·         Überprüfen Sie die Rechtschreibung in Ihrem Text.
·         Unterschreiben und datieren Sie den Brief.
·         Bitten Sie um eine Antwort, die Sie in jedem Fall erhalten sollten.
 
 

IV) Machen Sie Ihren Brief noch wirkungsvoller

 
Andere Personen davon zu überzeugen, ebenfalls einen Brief zu schreiben, wird dem Anliegen noch mehr Gewicht verleihen.

Erwägen Sie die Möglichkeit, einen Leserbrief an eine Zeitung zu schreiben. Für Tipps zum guten Leserbrief schreiben, lesen Sie bitte hier nach.

Der Leserbrief

 
Leserbriefe sind oft die meist gelesenen Artikel einer Zeitung. Sie sind ein schnelles und effizientes Mittel, um eine Meinung einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Man geht davon aus, dass ein Leserbrief für einen großen Teil der Bevölkerung spricht.
 
Leserbriefe können Probleme aufzeigen und manchmal auch viele Leser von einer Sache überzeugen. Sie können auch dazu dienen, Fakten zu korrigieren oder zu erklären, bestimmte Politiken zu unterstützen oder abzulehnen.

Leserbriefe erzielen ein starkes Ergebnis – für einen verhältnismäßig geringen Zeitaufwand.
 
Neben Leserbriefen ist es auch wichtig, Journalisten auf einer persönlichen Basis zu schreiben und ihnen entweder zu einem aus christlicher Sicht gelungenen Artikel zu gratulieren oder auf freundliche Art eine gegenteilige Meinung mitzuteilen oder auf offensichtliche Fehler hinzuweisen.
 
 

Wie man einen Leserbrief verfasst

 

Rasch reagieren !

Zeitungen veröffentlichen selten Leserbriefe zu Themen, die nicht mehr aktuell sind. Sich auf einen gerade erschienenen Beitrag zu beziehen, erhöht die Chancen der Veröffentlichung des Leserbriefs.
 

Kurz halten !

Sehen Sie sich andere Leserbriefe an, um eine passende Länge für die jeweilige Zeitung abzuschätzen. Wenn der Leserbrief zu lang ist, kürzt die Redaktion Teile weg, die sie für unwichtiger hält. Auch werden kürzere Leserbriefe eher gelesen als lange !
 
Klare Struktur verwenden !
Zuerst : Worauf man sich bezieht. Dann: Worin man übereinstimmt. Dann : Worin man abweicht und warum.
 
Genau sein !
Man sollte sich wenn möglich auf einen bestimmten Zeitungs- oder Leitartikel (mit Datum und Titel) beziehen und klar ausdrücken, worauf man abzielt : “Ich widerspreche Abgeordnetem Soundso in seiner Position in dieser oder jener Sache, weil…“
 

Fokussiert bleiben !

Die eigene Position so kurz und bündig wie möglich halten, ohne notwendige Details wegzulassen. Zu lange Sätze und Umschweifen lassen den Leser schnell das Interesse verlieren. Bei einem Punkt oder Thema bleiben !
 

Annehmbare Argumente verwenden !

Die Leserschaft beim Überlegen der Argumente immer vor Augen haben! Bei einem nicht-christlichen oder gemischten Publikum sollten keine Glaubensargumente sondern Vernunft- und Erfahrungswerte gebracht werden. Auch sollten schon dargelegte Sichtweisen nicht einfach wiederholt werden. Leser wollen kurze, einsichtige Gedanken und neue Perspektiven.
 

Einen ansprechenden Anfang wählen !

Ein interessanter Titel und erster Satz werden die Aufmerksamkeit von Lesern auf sich ziehen, die die Zeitung nur durchblättern.
 

Persönlicher Ansatzpunkt

Leser sind oft mehr an Themen interessiert, wenn diese ihr Leben und ihre Umgebung bewegen. Eine persönliche Note („Das betrifft mich insofern, als…“) verleiht zudem Glaubwürdigkeit.
 
Wenn möglich, humorvoll sein !
Wenn das Thema es erlaubt, ist Humor oder sogar Ironie von Vorteil. Was den Leser zum Schmunzeln bringt, erleichtert die Akzeptanz.
 
Nichts voraussetzen !
Gehen Sie nicht davon aus, dass die Leser über das Thema Bescheid wissen. Oft ist es gut, kurz eine Hintergrundinformation zu geben, bevor man zu seinen eigentlichen Argumenten kommt.
 

Ein christlich geprägter Stil

Sowohl der Schreibstil als auch der Inhalt sollten von christlichem Mitgefühl zeugen. Dabei sollte man immer Haltung waren – man kann sehr wohl Entrüstung zum Ausdruck bringen, aber kontrolliert. Persönliche Angriffe vermeiden und stattdessen auf bestimmte politische oder gesellschaftliche Ideen eingehen !
 

Kontakt nicht vergessen

Fügen Sie immer Name, Adresse, Telefonnummer und Beruf am Ende Ihres Leserbriefes an. Zeitungen möchten hin und wieder sicher gehen, dass der Brief auch tatsächlich von Ihnen stammt. Die meisten Zeitungen veröffentlichen keine Leserbriefe, in denen diese Information fehlt. Gedruckt wird dann nur Name und Ort.
 

Den Leserbrief nur an eine Zeitung schicken !

Denselben Brief sollten Sie nicht an mehr als eine Zeitung einer Region schicken. Eine Vorlage für mehrere Zeitungen sollte immer wie ein Unikat aussehen und einzeln mit Anrede verschickt werden.
 

Vergessen Sie nicht auf die kleinen Zeitungen !

Die kleineren Lokalzeitungen drucken Ihren Leserbrief mit höherer Wahrscheinlichkeit ab. Das kann in der örtlichen Umgebung große Wirkung entfalten.
 

Den Brief als Kopie an Politiker schicken !

Zuständigen Politikern sollte der Leserbrief als Kopie (CC) geschickt werden. Die entsprechende Emailadresse kann oft sehr schnell gefunden werden, indem der Name und das @-Zeichen in eine Internetsuchmaschine eingegeben werden.

 (Quelle : Europa4Christ)

16:22 Écrit par Père Walter dans DEUTSCH | Lien permanent | Commentaires (2) | Tags : politik | |  del.icio.us | | Digg! Digg |  Facebook | | | | Pin it! |

Commentaires

Danke sehr. Der Artikel ist recht interessant und wird gut umschrieben. Sehr informativer blog.

Écrit par : Rürup Rente | 14/09/2010

Ein super Blog danke! Gibt es einen Link, wo man über die
Neuigkeiten in diesem Blog benachrichtigt wird?

danke
Hektor Dimansik

Vielen Dank ! Sie werden jetzt benachrichtigt.

Écrit par : Immobilienmakler in Hamburg | 05/05/2012

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