17.10.2011
Päpstliches Motu Proprio: Porta Fidei - Tür des Glaubens
19:26 Écrit par Père Walter dans DEUTSCH | Lien permanent | Commentaires (0) | Envoyer cette note | Tags : vatikan, sonntag, papst, benedikt xvi, jahr des glaubens, stefan von kempis, motu proprio, porta fidei, weltkatechismus, paul vi, konzil, zweite vatikanische konzil, glaubensjahr, credo |
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17.09.2011
Deutschland: Päpstliches „Wort zum Sonntag“
Kurz vor seinem Deutschlandbesuch spricht Papst Benedikt XVI. an diesem Samstag das „Das Wort zum Sonntag“ in der ARD. Es ist der zweite Auftritt eines Papstes auf dem traditionsreichen Sendeplatz. Schon Johannes Paul II. war am 25. April 1987 Sprecher der Sendung. Die geistliche Ansprache Benedikts wurde bereits vom Vatikanischen Fernsehzentrum aufgezeichnet.
23:06 Écrit par Père Walter dans DEUTSCH | Lien permanent | Commentaires (0) | Envoyer cette note | Tags : papst, benedikt xvi, dass wort zum zonntag, ard, johannes paulus ii, papstreise, radio vatikan, deutschland |
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16.07.2011
Botschafter Schmid zum Papstbesuch: „Ein ökumenischer Besuch“
Der kommende Papstbesuch in Deutschland ist nicht nur für viele Katholiken ein besonderes Ereignis, er markiert auch einen „Höhepunkt“ in den Beziehungen zwischen Deutschland und dem Heiligen Stuhl. Papst Benedikt XVI. ist der erste deutsche Papst seit fast 500 Jahren, und in diesem Amt besuchte er Deutschland schon zwei Mal: 2005 beim Weltjugendtag in Köln und 2006, als er ein paar Tage in seiner bayrischen Heimat verbrachte. Sein erster offizieller Besuch in Deutschland im September 2011 stößt schon jetzt auf enormes Interesse in der Bevölkerung und den Medien. Für den deutschen Botschafter am Heiligen Stuhl, Walter Jürgen Schmid, wird beim Papstbesuch im September die Ökumene im Vordergrund stehen. Radio Vatikan hat den Diplomaten zu den einzelnen Stationen der Papstreise befragt.
23:32 Écrit par Père Walter dans DEUTSCH | Lien permanent | Commentaires (0) | Envoyer cette note | Tags : deutschland, papst, papstbesuch, klingelton, freiburg im brisgau, benedikt xvi, weltjugendtag, koeln, walter juergen schmid, oekumene |
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22.03.2011
Erster Kinofilm über Benedikt XVI. startet Ostern
23:42 Écrit par Père Walter dans Actualité, Amour, DEUTSCH, Loisirs | Lien permanent | Commentaires (0) | Envoyer cette note | Tags : fanes film, trailer, francesco und der papst, gruendonnerstag, vatikan, constantin film |
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02.02.2011
Kard. Brandmüller: „Kirche ist mehr als ein Unternehmen“
Durch eine Änderung der Voraussetzung zum Priesteramt kann die Kirche den Priestermangel nicht beseitigen. Davon ist Kardinal Walter Brandmüller überzeugt. Gegenüber der „Augsburger Allgemeinen“ (Mittwoch) sagte er, dass das Priestermangel-Argument „rein pragmatischer Art“ sei und damit dem Thema nicht angemessen.
20:19 Écrit par Père Walter dans Actualité, DEUTSCH | Lien permanent | Commentaires (0) | Envoyer cette note | Tags : walter brandmueller, karl lehmann, mainz, cdu, politik, viri probatinorbert lammert, annette schavan, bernhard vogel, erwin teufel, dieter althausbischoefe, deutschland, priestermangel, augsburger allgemeiner, priesteramt, zoelibat, prietertum, jesus, apostel, anglikanern, glaube und leben |
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02.07.2009
Eine dreifache Verpflichtung für ein christliches Europa
Von Msgr. Gergely Kovács, Büroleiter des Päpstlichen Rates für die Kultur, Auszug aus einer Rede anlässlich des Kongresses der Paneuropa Union am 2. Mai 2009 in Passau, Deutschland.

Auf den ersten Blick präsentiert sich Europa als ein Mosaik der Kulturen: Da gibt es die lateinischen, aber auch die germanischen und baltischen, die slawischen und keltischen Gebiete und gerade heutzutage dürfen wir nicht die starken, von außerhalb Europa kommenden Migrationsflüsse vergessen. Obwohl Europa fast nie eine staatsbürgerliche, politische oder historische Einheit bildete, besaß es doch im Grunde genommen jahrhundertelang eine eigene kulturelle und spirituelle Einheit.
Zeugnisse für diese Pluralität finden wir auch, wenn wir an die Bedeutung der griechischen Philosophie oder die Auswirkung des römischen Rechts, aber auch an den Einfluss der liberalen Aufklärung oder der Arbeiterbewegung, das heißt an die Vernunft und den Kampf für die soziale Gerechtigkeit, denken. Das Christentum war zweifellos der goldene Knoten, der diese Vielfalt zusammenhielt. Der große Goethe fasste dies in seinem bekannten Satz: Die Muttersprache Europas ist das Christentum zusammen.
Die christliche Seele mag wohl oft verwundet oder von Ablagerungen bedeckt worden sein; sie ist aber nie erloschen. Und so möchte ich jetzt eine dreifache Verpflichtung vorbringen und einen dreifachen Aufruf an uns alle richten.
1. Vor allem müssen wir unbedingt wenn es um unsere eigenen Wurzeln und die Grundwerte der wahren Identität Europas geht GEGEN DIE VERGESSLICHKEIT ANKÄMPFEN, sonst werden die Kathedralen und ruhmreichen Denkmäler wie es der deutsche Dichter Wilhelm Willms ausdrückte zu leeren Schneckenhäusern, die von herzlosen, zerstreuten Touristenschwärmen, die ohne Leben, Gesänge, Stimme oder Glauben sind, durchlaufen werden. Diese edlen Zeichen unserer Kultur wären dann wie Muscheln, in denen das Meeresrauschen der Vergangenheit verstummt ist.
2. Zusammen mit diesem ersten Kampf, auf diesen folgend und mit diesem verbunden muss ein zweiter Kampf gegen Oberflächlichkeit, Banalität, Leere, Vulgarität und Hässlichkeit erfolgen. EINE RÜCKKEHR ZUR ETHIK UND SCHÖNHEIT, die jahrhundertelang als Fixsterne am Himmel der europäischen Zivilisation glänzten, muss gerade durch die christliche Botschaft die Gerechtigkeit und Schönheit, Wahrheit und Liebe verkündet erfolgen.
Oft wird der dänische Philosoph und Christ Soeren Kierkegaard zitiert, der Folgendes in sein Tagbuch schrieb: Es ist, als ob das Schiff vom Bordkoch gesteuert wird, der über den Lautsprecher des Kommandanten nicht die Route bekannt gibt, sondern erzählt, was wir morgen essen werden. Betrachten wir zum Beispiel mit kritischen Augen das Fernsehen, das heute nur mitteilt, was wir essen und wie wir uns kleiden sollen und welche Mode und Lebensarten es gerade gibt. Dagegen fehlt oft die Stimme, die die Richtung vorgibt, den Sinn des Lebens anspricht und uns zu Gut und Böse, Recht und Unrecht, zum Wahren und Unwahren, zu Leben und Tod befragt.
3. Schlussendlich möchte ich auf eine dritte Verpflichtung hinweisen, damit wir wieder zu echten Europäern werden können - der KAMPF GEGEN EXTREMISMUS JEDER ART. Einerseits besteht in der Tat die Gefahr eines Synkretismus, der zum Relativismus wird und unsere Identität auslöscht. Dostojewski bemerkte dazu bitter: Europa hat Christus verleugnet; deshalb und nur deshalb liegt es im Sterben. Andererseits gibt es die Gefahr des Fundamentalismus, der zum Exklusivismus wird, der jeden Respekt auslöscht und alle positiven Werte der Mitmenschen ignoriert, weil man vor allem Angst hat, was anders ist.
Es ist daher unabdingbar, dass wir zur großen Tradition des Dialogs, der Gegenüberstellung von Kulturen und Religionen im Geiste eines wahren Christentums zurückfinden.
Thomas S. Eliot schreibt: Wenn das Christentum verschwindet, verschwindet mit ihm unsere ganze Kultur, ja sogar unser Antlitz.
Als Wunsch und Ermutigung für Euch alle, die Ihr euch in der Bildung des neuen Europa engagiert, möchte ich mit den Worten des Heiligen Vaters, Benedikt XVI., abschließen, der in der Audienz am Vorabend des fünfzigsten Jahrestags der Unterzeichnung der Römischen Verträge am 24. März 2007 in Rom von einer einzigartigen Form der «Apostasie» [Europas] von sich selbst, noch bevor sie Apostasie von Gott ist sprach und sagte: Werdet nicht müde, und verliert nicht den Mut! ( ...). Seid auf europäischer Ebene aktiv präsent in der öffentlichen Debatte, dies im Bewusstsein, dass sie nun integrierender Teil der nationalen Debatte ist, und begleitet diesen Einsatz mit einem wirksamen kulturellen Handeln.
(Europe4Christ.net)
17:38 Écrit par Père Walter dans DEUTSCH | Lien permanent | Commentaires (0) | Envoyer cette note | Tags : goethe, gergely kovacs, recht, arbeiterbewegung, soziale gerechtigkeit, benedikt xvi, rom, apostasie, paeuropa union, passau, deutschland, europa, migration, kultur, einheit, pluralitat, philosophie, christentum, ethik, christ soeren kierkegaard, fernsehen, extremismus, dostojewski, fundamentalismus, exklusivismus, dialog, religion, thomas s eliot |
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03.06.2009
Europa für Christus ! Gedanken zur Europawahl

Liebe Freunde!
Europa für Christus! hat in den vergangenen dreieinhalb Jahren 40 Europabriefe zu vielfältigen Themen versandt.
Eine Übersicht dieser eigentlich zeitlosen, einfach gehaltenen und kurzen Texte finden Sie auf www.europe4christ.net/index.php.
Unser neuer Europabrief widmet sich den kommenden Europaparlamentswahlen von 4.-7. Juni. Bitte leiten Sie gerade auch diesen Brief an Ihre Freunde weiter. Auf unserer Homepage ist er in 10 Sprachen abrufbar!
Ihr Europa für Christus! Team
PS: Vergelts Gott für Ihr tägliches Vaterunser für eine christliche Erneuerung Europas!
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Gedanken zur Europawahl
Um eine fundierte Entscheidung bei der Wahl zu erleichtern, wollen wir hier einige allgemeine Prinzipien als Anregung mitgeben.
I) ZUR WAHL GEHEN
Ergreifen Sie die Chance und lassen Sie diese wichtige Entscheidung nicht von anderen treffen, die vielleicht nicht Ihre Überzeugungen teilen.
II) RECHERCHE
Wofür steht eine bestimmte Partei? Was ist die persönliche Überzeugung eines bestimmten Kandidaten, einer Kandidatin? Beide Fragen sind sehr wichtig.
III) KONTAKT MIT KANDIDATEN AUFNEHMEN
Während einer Wahlkampagne sind die Kandidaten für Ideen der Wähler meist sehr offen. Eine gute Gelegenheit also, um zu fragen: Was werden Sie in dieser wichtigen Frage unternehmen? Warum haben Sie in der Vergangenheit so oder so gestimmt? Jedes Mail, jeder Anruf wird als Interesse von vielen gewertet. Zeigen Sie dadurch, dass es die christliche Stimme gibt!
IV) IN DER ENSCHEIDUNG KOMPROMISSBEREIT SEIN!
Meist findet sich keine Partei, die alles genauso macht, wie man es sich persönlich wünscht. Als Christ darf man hier Kompromisse machen. Nicht zu wählen stärkt immer nur die entgegengesetzte Seite. Sich in dieser Situation für das geringste Übel zu entscheiden, ist nicht unmoralisch!
V) GUTE KANDIDATEN UNTERSTÜTZEN
Geben Sie wirklich guten Kandidaten mehr als nur Ihre Stimme! Informieren Sie andere von seiner/ihrer Kandidatur. Drücken Sie der Partei Ihren Dank aus, diese Person aufgestellt zu haben. Usw.
VI) BLEIBEN SIE DRAN!
Ihr Engagement rund um eine Wahl darf nicht mit der Stimmabgabe enden. Beobachten Sie, wie sich Ihre Repräsentanten verhalten. Es gibt mehrere elektronische Informationsbriefe, die Neuigkeiten zu den für Christen zentralen Themen verbreiten. Auch die Webseite des Europäischen Parlaments (www.europarl.eu.int, bzw. www.europarl.europa.eu/members/expert/alphaOrder.do) dokumentiert genau, was einzelne Abgeordnete sagen und tun. Die Liste kann nach Sprache, Name, Land oder Partei sortiert werden. Auf der Liste können Sie nach der Wahl die Aussagen der neu gewählten Abgeordneten mitverfolgen.
VII) MACHEN SIE IHREN KANDIDATEN VERANTWORTLICH!
Zögern Sie nicht, Ihre Repräsentanten und die anderen Abgeordneten im Europarlament zu kontaktieren. Teilen Sie ihm/ihr mit, was Ihnen an ihrer Arbeit zusagt oder missfällt. Dazu hier unsere Information: Wie schreibe ich einen guten Brief an einen Politiker: www.europe4christ.net/index.php.
Wägen Sie Ihre Prioritäten als Christen ab!
Als ökumenische Initiative stellen wir Ihnen zur Abwägung folgende Gedanken des großen christlichen Denkers Joseph Ratzinger nunmehr Papst Benedikt XVI. zur Verfügung: In einer lehrmäßigen Note zur Politik fasste er vor Jahren prägnant zusammen, was Christen in der Politik beachten sollten.
Demnach sollten Christen fragen: Wie steht eine bestimmte Partei, ein bestimmter Kandidat, zu
1) dem Grundrecht auf Leben von der Empfängnis zum natürlichen Tod?
2) der Pflicht, die Rechte des menschlichen Embryos zu schützen und zu respektieren?
3) der Familie, basierend auf der Ehe zwischen Mann und Frau?
4) der Freiheit der Eltern in Bezug auf die Erziehung und Bildung ihrer Kinder?
5) der Pflicht der Gesellschaft Minderjährige vor modernen Formen der Sklaverei wie Drogenmissbrauch und Prostitution zu schützen?
6) dem Recht auf Religionsfreiheit?
7) der Förderung einer Wirtschaftsordnung, die wirklich im Dienst am Menschen und dem Gemeinwohl steht (hinsichtlich sozialer Gerechtigkeit, Prinzipien der menschlichen Solidarität und Subsidiarität)?
8) der Verwirklichung von umfassendem Frieden innerhalb der Staaten und weltweit?
Zum Volltext: Lehrmäßge Note zu einigen Fragen über den Einsatz und das Verhalten der Katholiken im politischen Leben (Rom, Kongregation für die Glaubenslehre, 24. November 2002): www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents...
05:08 Écrit par Père Walter dans DEUTSCH | Lien permanent | Commentaires (0) | Envoyer cette note | Tags : europa |
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10.08.2008
Weltjugendtag Sydney 2008 - Rückblick
05:36 Écrit par Père Walter dans DEUTSCH | Lien permanent | Commentaires (0) | Envoyer cette note | Tags : jmj, video, jeunes, australie |
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08.06.2008
"Fußball als Religion?"
Religionstheoretische Anmerkungen von Christian Danz

Die dramatischste Saison der Deutschen Fußball-Bundesliga war ohne Zweifel die von 2000/01. Schalke 04 und Bayern München lagen am letzten Spieltag jener Saison Kopf an Kopf. Nach 90 Minuten, als das Spiel in Gelsenkirchen zu Ende war, hatte Schalke gewonnen und Bayern lag mit 1:0 in Hamburg zurück. Der traditionsreiche Revierclub schien nach 43 Jahren wieder Deutscher Meister zu sein. Als das Spiel in der 90. Minute in Gelsenkirchen abgepfiffen wurde, strömten die Fans auf den Rasen und feierten Mannschaft und Meisterschaft. Allein, das Spiel in Hamburg war noch nicht zu Ende. In der 94. Minute erzielte in Hamburg Patrik Andersson durch einen indirekten Freistoß den Ausgleich für Bayern. Bayern München gewann buchstäblich in der letzten Minute die Meisterschaft. In einem der zahlreichen Interviews, die nach dem Spiel in Gelsenkirchen gegeben wurden, wo man sich für vier Minuten als Meister wähnte, sprach der Manager von Schalke 04, Rudi Assauer, davon, dass der Fußballgott ungerecht sei. Auch der Fußball hat seinen Gott und er wirft die Theodizeefrage auf.

Fußball wird oft in die Nähe von Religion gerückt. Bei der expliziten Inanspruchnahme von religiösen Elementen, wie in jener denkwürdigen Saison 2000/01, liegt dies scheinbar auch auf der Hand. Nick Hornbys Buch Ballfieber schildert eindrücklich die Geschichte von einem Fußballbesessenen, für den es keine schlimmere Vorstellung gibt, als mitten in der Fußballsaison oder während einer Europameisterschaft zu sterben. Hornby versucht auch eine Antwort auf dieses Phänomen zu geben. Sie ist ähnlich wie das eingangs von Assauer genannte Statement, nämlich das Leiden an dem Verein. Es sind nicht nur die Unwägbarkeiten des Spiels selbst, die nach einer religiösen Deutung rufen, sondern vor allem auch die Fankultur ist von religiösen Elementen durchzogen. Sie zu entschlüsseln, setzt freilich einen Begriff der Religion voraus, der eine hinreichende analytische Tiefenschärfe hat. Es hängt nämlich offenkundig vom vorausgesetzten Verständnis der Religion ab, ob und wie viel Religion man im Fußball entdecken kann. Ich diskutiere im Folgenden kurz einige Religionsbegriffe und gehe abschließend auf die Frage ein, ob man Fußball als Religion verstehen kann.
In der gegenwärtigen religionstheoretischen Diskussion werden in der Hauptsache zwei unterschiedliche Typen des Religionsbegriffs unterschieden. Auf der einen Seite stehen so genannte substantielle Religionsbegriffe und auf der anderen funktionale. Unter einem substantiellen Religionsbegriff versteht man kurz gesagt, dass sich Religion durch bestimmte inhaltliche Merkmale von anderen Kulturerscheinungen unterscheiden lasse. Diese inhaltlichen Merkmale sind etwa das Vorhandensein eines bestimmten Gottesbildes, bestimmte Bekenntnisse sowie bestimmte Institutionen. Eine solche Definition der Religion hat die institutionalisierten Kirchen im Blick und lässt sich nur schwer auf die Fußballkultur anwenden. Weiterführender scheint daher die zweite Form der Bestimmung des Religionsbegriffs zu sein, die funktionale. Sie versteht Religion als die Erfüllung einer bestimmten Funktion, die für die Gesellschaft unentbehrlich ist. So kann etwa dort von Religion gesprochen werden, wo Sinnfragen thematisiert werden oder wo es um die Integration der Gesellschaft oder von Gruppen geht.
Dieser Begriff der Religion eröffnet nun in der Tat die Möglichkeit, in der Fußballkultur so etwas wie Religion zu entdecken. Die Fankultur von Vereinen beispielsweise stellt, wie immer wieder herausgefunden wurde, ein komplexes Phänomen dar, in dem es um die Sozialisation und Integration von Gruppen geht. Wer für Rapid ist, der kann nicht für Austria sein. Fangruppen schaffen dichte Vergemeinschaftungsformen mit eigenen kulturellen und moralischen Codes. Spezifische Zeichensysteme unterscheiden die Fans des einen Vereins von den anderen. Die klassischen Konflikte der Religionsgeschichte, Häresien und gegenseitige Verdammungen werden jeden Samstag in den Fußballstadien dieser Welt zelebriert. Und wenn es in der Religion, wie der protestantische Theologe Paul Tillich gesagt hat, um das letzte Anliegen von Menschen geht, dann lässt sich der Weg zum Fußball schnell finden. Dies macht nicht nur das Phänomen deutlich, dass einige Vereine gegenwärtig ihren treuesten Anhängern die Möglichkeit einräumen, auf dem heiligen Rasen bestattet zu werden, auch der Bau von Kapellen in Stadien, wie dem von Schalke 04, unterstreicht dies. Vor einiger Zeit heiratete gar der Trainer des deutschen Zweitligavereins 1. FC Köln, Christoph Daum, auf eine äußerst symbolträchtige Weise im Kölner Stadion.
Die angeführten Beispiele ließen sich unschwer erweitern. Wer ein funktionales Religionsverständnis vertritt, wird in der Fußballkultur sehr viel Religion entdecken. Allerdings wird man fragen können, ob eine solch weite Definition von Religion nicht ihr Konto überzieht. Wenn nämlich alles als Religion beschrieben werden kann, dann wird der Religionsbegriff inflationär und verliert seine analytische Prägnanz. Weiterhin wird in funktionalen Religionstheorien Religion lediglich aus der Außenperspektive bestimmt. Es wird hier also nicht danach gefragt, ob die so beschriebenen ihr Tun auch religiös verstehen. Im Interesse an der Bestimmtheit des Religionsbegriffs und seiner Leistungsfähigkeit für die Erschließung moderner Religion ist der funktionale Religionsbegriff deshalb zu erweitern. Meines Erachtens macht es wenig Sinn in der religionsanalytischen Forschung, das Selbstverständnis der durch die Religionstheorie beschriebenen außer Acht zu lassen. Allein dieses ist uns jedoch nur in der Beobachtung der komplexen Zeichenwelten und damit als eine Deutung zugänglich, die immer wieder an den Phänomenen korrigiert werden muss. Religion ist meines Erachtens als eine solche Form menschlicher Selbst- und Weltdeutung zu verstehen, die dem Einzelnen einen Umgang mit der Endlichkeit und Fragmentarizität seines Lebens ermöglicht. Sie ist also eine spezifische Form der Lebensdeutung, für die das Bewusstsein der Religionsausübung konstitutiv ist. Dieses Verständnis von Religion kann hier nicht weiter ausgeführt werden. Es stellt Religion auf den Deutungsbedarf hochkomplexer moderner Gesellschaften ein und versteht diese als ein spezifisches Zeichensystem. Diese religiösen Zeichenwelten sind in der Gegenwart nicht nur äußerst vielfältig, sondern aufgrund ihrer Deutungsbedürftigkeit auch nie eindeutig bestimmbar.
Wendet man dies auf den Fußball als Bestandteil der modernen Gegenwartskultur an, so wird man zweierlei sagen können. Zum einen dürfte das Selbstverständnis der meisten Fußballfans nicht religiös sein. Insofern macht es auch wenig Sinn, die Fußballkultur als Form moderner Religion zu beschreiben. Zum anderen ist natürlich nicht zu bestreiten, dass sich in der Fußballkultur religionsäquivalente Motive finden lassen. Sie sind vor allem in Formen zeichenvermittelter Sinngebung zu sehen. Einige Beispiele wurden oben genannt. Sie strukturieren, wie Nick Hornby in seinem Buch gezeigt hat, menschliches Leben nach dem Verlauf von Saisons, Welt- und Europameisterschaften.
Literaturhinweise:
Christian Danz, Christlich-religiöse Tradition und moderne Gegenwartskultur. Problemfelder und Aufgaben einer theologischen Kulturhermeneutik. In: Wiener Jahrbuch für Theologie 5 (2004), Wien 2005, S. 79-93.
Nick Hornby, Ballfieber. Die Geschichte eines Fans, Hamburg 1996.
Niklas Luhmann, Die Religion der Gesellschaft, Frankfurt/Main 2000.
Detlef Pollack, Was ist Religion? Versuch einer Definition, in: ders., Säkularisierung - ein moderner Mythos? Studien zum religiösen Wandel in Deutschland, Tübingen 2003, S. 28-55.
www.kirche08.at
22:03 Écrit par Père Walter dans DEUTSCH | Lien permanent | Commentaires (0) | Envoyer cette note | Tags : sport, religions, societe, philosophie |
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06.06.2008
Papst-Segen für die "Euro 08"
Vatikanstadt, 7.5.08 (kirche08.at) Papst-Segen für die "Euro 08": Benedikt XVI. brachte am Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem römischen Petersplatz seinen Wunsch zum Ausdruck, dass die Fußball-Europameisterschaft ein friedlicher Wettkampf im Zeichen der Fairness und der Völkerverständigung wird.

Der neue österreichische "Sport-Bischof" Franz Lackner und Sport-Staatssekretär Reinhold Lopatka stellten dem Papst eine hochrangige Delegation des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB) vor, der ÖFB-Präsident Friedrich Stickler, Vizepräsident Kurt Ehrenberger, ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig und der Teamspieler Sebastian Prödl angehörten. Auch die beiden Koordinatoren des von den christlichen Kirchen gemeinsam getragenen Begleitprogramms zur Europameisterschaft ("Kirche 08") - Pastoralamtsleiter Michael Scharf (katholisch) und Pfarrer Marco Uschmann (evangelisch) - waren anwesend, ebenso der Wiener "Euro-Pfarrer" Christoph Pelczar.
Benedikt XVI. würdigte im Gespräch die Gemeinsamkeiten von Kirche und Sport; besonders ausführlich sprach er mit Sebastian Prödl, einem einstigen Ministranten. Die ÖFB-Vertreter überreichten dem Papst u.a.einen Fußball und eine Benediktus-Statue; Bischof Lackner übergab Benedikt XVI. einen kirchlichen Fan-Schal und "Euro-Pfarrer" Pelczar schenkte ihm das Erstexemplar seines neuen Buchs "Steilpass zum Menschsein". Staatssekretär Lopatka sagte nach der Generalaudienz im Gespräch mit Journalisten, die Begegnung mit dem Papst stelle für ihn den Höhepunkt der "Euro 08"-Vorbereitungen dar.
Nach der Generalaudienz trafen die österreichischen Gäste mit Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone zusammen, der ein großer Fußball-Fan ist. Auch der Kardinal brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die Fußball-EM in einer "friedlichen und freudvollen Atmosphäre" stattfinden und einen "Beitrag zur Einheit Europas"darstellen wird.
Die ÖFB-Delegation lud den Kardinal-Staatssekretär nach Wien zur EM ein. Halb im Scherz, halb im Ernst antwortete Bertone: "Wenn Italien ins Finale kommt, würde ich gern nach Wien fahren - aber andererseits muss ich jetzt in meiner Funktion als Kardinal-Staatssekretär universal denken." Bereits am Morgen hatte Bischof Lackner mit der österreichischen Delegation in der Kirche der österreichisch-deutschen Nationalstiftung Santa Maria dell'Anima einen Gottesdienst gefeiert.
Bischof Lackner sagte, das Gebet gelte dem großen sportlichen Ereignis, dass es für die vielen jungen Menschen zu einem echten Erlebnis wird und dass sich "die Begeisterung nicht in Gewalt verkehrt". Er erinnerte daran, dass die Kunst des Lebens und des Glaubens darin besteht, sich "voll einzusetzen", sich aber auch die "spielerische Freiheit" zu bewahren.
Gespräch über Kardinal Stickler
Stickler zeigte sich nach der Begegnung mit dem Papst beeindruckt."Das war ein sehr emotionaler Moment für mich. Ich war tief bewegt, denn ich habe den Papst noch nie so nahe gesehen", sagte Stickler. Er habe Benedikt XVI. um sein Gebet für eine gelungene EM ersucht.
Stickler sprach mit Benedikt XVI. nach eigenen Angaben auch über den im vergangenen Dezember verstorbenen ehemaligen Leiter der Vatikanischen Bibliothek, Kardinal Alfons Maria Stickler; er war ein entfernter Verwandter des ÖFB-Chefs: "Der Papst hat mir gesagt, dass er ein guter Freund von ihm war".
Prödl sagte, er habe dem Papst erzählt, dass er in der kommenden Saison als Innenverteidiger für "Werder Bremen" spielen werde. Benedikt XVI. habe dem Nationalteam für die EM "und mir für meine Zeit in Deutschland alles Gute gewünscht; aber er hat auch gesagt, dass ich meinem Vaterland trotzdem treu bleiben soll", so der Fußballer.
"Euro-Seelsorger" Pelczar, der aus Polen stammt, überreichte dem Papst unter anderem einen Schal des polnischen Fußball-Verbandes. Staatssekretär Lopatka überbrachte ein Augarten-Porzellanstück mit einem aufgemalten Fußball-Feld als Geschenk der österreichischen Bundesregierung.
Vor Beginn der rund 90-minütigen Audienz war der Papst in einem offenen Wagen durch die Reihen der jubelnden und applaudierenden Menschen gefahren. Mit dabei waren auch mehrere österreichische Pilgergruppen, u.a. aus dem ÖFB-EM-Aufenthaltsort Stegersbach.
www.kirche08.at
14:45 Écrit par Père Walter dans DEUTSCH | Lien permanent | Commentaires (0) | Envoyer cette note | Tags : sport, euro 2008, football, autriche, suisse, vie de l eglise, evangelisation |
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